Bei diesen Führungen stehen nicht Jahreszahlen und trockene Fakten im Vordergrund. Stattdessen wird Geschichte dort erlebbar, wo sie sich ereignet hat.
Die historischen Stadtführungen verbinden Orte, Persönlichkeiten und historische Zusammenhänge zu einem lebendigen Bild der Frankfurter Stadtgeschichte. Dabei entsteht ein anschaulicher Zugang zu den großen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen, die weit über Frankfurt hinaus Bedeutung erlangten.
So wird Vergangenheit nicht nur verständlich vermittelt, sondern als Teil unserer Gegenwart erfahrbar – spannend, facettenreich und überraschend aktuell.
KRÖNUNGEN OHNE PALAST
und weitere überraschende Kapitel der Frankfurter Stadtgeschichte
Frankfurt war niemals Kaiserstadt im klassischen Sinne – und doch wurden hier zehn deutsche Kaiser gewählt und gekrönt. Ohne Hofhaltung, ohne Residenz, ohne barocken Glanz entwickelte sich die freie Bürgerstadt über Jahrhunderte zu einem Zentrum von überregionaler Bedeutung. Auch im 19. Jahrhundert stand Frankfurt im Mittelpunkt deutscher Geschichte: zunächst als Sitz des Deutschen Bundes, später als Bühne demokratischer Aufbrüche. 1848 versammelten sich in der Paulskirche mutige Visionäre, um für Bürgerrechte, Meinungsfreiheit und Demokratie einzutreten. Die erste deutsche Nationalversammlung legte hier den Grundstein für das parlamentarische Selbstverständnis Deutschlands. Wie aktuell diese historische Zeitenwende bis heute ist, zeigt künftig das „Haus der Demokratie“, das die Paulskirche ergänzen wird.
• Geschichte ist kein Kapitel der Vergangenheit, sondern Teil der Gegenwart •
Nach dem Krieg war Frankfurt eine Trümmerlandschaft. Doch die Frankfurter hatten eine Vision und schufen ein Stadtbild, welches noch heute den Zeitgeist des Neubeginns illustriert. Mit den Amerikanern kam der Jazz und die Idee einer Skyline in die Stadt, die neuen Kaufhäuser auf der Zeil profitierten vom Nachholbedarf und in den Kinos präsentierten Filme wie ‚Das Schwarzwaldmädel‘ eine heile Welt. Gleichzeitig sorgte die mondäne Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt mit einem schwarzen Mercedes SL für Aufmerksamkeit auf den neuen Frankfurter Strassen.
Die Führung widmet sich den unterschiedlichen Stimmungen der 1950er Jahre und kontextualisiert das heutige Stadtbild mit der Nachkriegsgeschichte.
• Wer heute durch Frankfurt geht, spürt die Dynamik einer Stadt, die aus Trümmern Neues erschuf. •
Von Euphorie bis Enttäuschung: die Geburtsstunde der Demokratie
1848 war ein bedeutungsvolles Jahr für die deutsche Demokratie-Geschichte. Erstmals konnten Bürger Volksvertreter wählen, die in der Paulskirche zusammenkamen, um ein geeintes Deutschland aufzubauen und eine demokratische Verfassung auszuarbeiten. Leidenschaftlich wurden die Grundrechte und die Staatsform diskutiert. Damals blieb es bei einem Versuch. Gerade deshalb ist die Paulskirche der ideale Ort, um den hart erkämpften Weg zur Demokratie zu vermitteln – mit all seiner Euphorie, seinen Hoffnungen und seinen Enttäuschungen. Die Auseinandersetzung mit diesem Ort macht deutlich, wie wichtig es ist, demokratische Werte im heutigen gesellschaftlichen Miteinander nicht als selbstverständlich zu betrachten.
• Ort der Erinnerung und Zukunft •
Treffpunkt: vor der Paulskirche
Info: Der Zugang zur Paulskirche muß vorab mit dem Protokoll der Stadt abgestimmt werden. Die Anfrage übernehmen wir.
Der Wunsch nach einem geeinten Deutschland mit einer demokratischen Verfassung und Grundrechten, bestimmte die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Trotz unzähliger Inhaftierungen setzten sich immer mehr Menschen für diese Ideale ein. Sie verfolgten eine politische Vision, die 1848 mit der Ersten Deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche Wirklichkeit wurde. Der Rundgang führt an Orte des politischen Geschehens und erläutert anschaulich den geschichtlichen Prozess der Demokratisierung, von den Anfängen des Vormärz bis zu den Ereignissen von 1848.
• Vision, Mut und der lange Weg zur Demokratie. •
Treffpunkt: vor dem Palais von Thurn-und-Taxis, Große Eschenheimer Straße 10
Stadtrundgang inklusive Innenbesichtigung Paulskirche (Der Zugang zur Paulskirche wird vorab mit dem Protokoll der Stadt abgestimmt.)
Während der Novemberpogrome 1938 deportierten Geheime Staatspolizei, SA- und SS-Männer mehr als 3.000 Juden aus Frankfurt in die Konzentrationslager Dachau und Buchenwald. Die meisten Männer wurden vor den Transporten gewaltsam in die Festhalle verschleppt, wo sie Demütigungen und schweren Misshandlungen ausgesetzt waren.
Die Führung am historischen Ort informiert über diese Gewaltexzesse. Anschließend wird die Dokumentation „Julius Meyer. November 1938“ des Regisseurs Heiko Arendt gezeigt. Darin schildert der Frankfurter Rechtsanwalt und Notar seine Inhaftierung und die hasserfüllten Angriffe, die am 10. November 1938 begannen und mehrere Tage andauerten.
• Die Festhalle lädt ein, innezuhalten und der Geschichte Raum zu geben •
Termine, jeweils um 18.00 Uhr:
29.06.2026
16.09.2026
16.11.2026
Dauer: ca. 1,5 Std
Veranstaltungsort: Festhalle, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main
Treffpunkt: Vorplatz Festhalle an der Gedenktafel
Der Eintritt ist frei. Veranstalter ist die Messe Frankfurt GmbH.
Die Geschichte Frankfurts ist eng mit jüdischem Leben verbunden. Über Jahrhunderte waren sie gezwungen, in der von Mauern umschlossenen Judengasse zu leben. Nach der rechtlichen Gleichstellung im Jahr 1864 prägten jüdische Bürger das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben Frankfurts maßgeblich – nicht zuletzt durch großzügige Stiftungen. Bedeutende Persönlichkeiten wirkten von hier aus in die Welt: Mayer Amschel Rothschild begründete eine der bekanntesten Bankendynastien Europas, und Anne Frank verbrachte ihre ersten Lebensjahre in der Stadt. Der Rundgang führt an die Orte jüdischer Geschichte, bezieht das Erinnern an die ermordeten Frankfurter ein und informiert über das aktuelle jüdische Leben der Stadt.
Optionale kostenpflichtige Besuche: Museum Judengasse und/oder Jüdisches Museum